Problemstellung

 

Mit einem Anteil von 28,9 % an der insgesamt eingespeisten Strommenge ist die Kohle der wichtigste Energieträger für die Stromerzeugung im 1. Quartal 2021 gewesen. Deutschland hatte 2020 coronabedingt bei der Nettostromerzeugung einen Braunkohleanteil von nur noch 16,8 % gehabt, bei der Steinkohle waren es 7,3 % (zusammen 24,1%). Während der Strom im 1. Quartal 2020 mehrheitlich aus erneuerbaren Energiequellen stammte (51,4 %), wurde der Strom im 1. Quartal 2021 allerdings wieder zu 59,3 % aus konventionellen Energieträgern erzeugt – ein klarer Rückschritt. Die geringere Menge an Windstrom wurde vor allem durch eine höhere Stromerzeugung aus Kohle- und Erdgaskraftwerken kompensiert. Die in Kohlekraftwerken erzeugte und eingespeiste Strommenge stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um rund ein Viertel auf fast 40 Milliarden Kilowattstunden.

Auch wenn im Jahr 2019 der Kohleausstieg bis 2038 beschlossen wurde, liegt dieses Datum nach Ansicht vieler Klimaschutzverbände zu weit in der Zukunft. Bis 2038 würde zu viel Strom auf klimaschädliche Weise erzeugt werden, als dass von einem echten Strukturwandel die Rede sein könnte.

Jetzt muss die Klimakatastrophe eingedämmt und eine radikale Kehrtwende in der Treibhausgas-Emission vollzogen werden. Aber dafür brauchen wir eine gesamtgesellschaftliche Transformation, bei der alle mitmachen und die alle mitnimmt: Jung und Alt, Stadt und Land, über alle gesellschaftlichen Schichten hinweg. Versäumt es die heute lebende Generation, jetzt einen Transformationsprozess einzuleiten und die Klimakrise abzuwenden, dann bedrohen die Auswirkungen der Klimakrise die Chancen zukünftiger Menschen über viele Generationen hinweg.

Auch, wenn in und um Europa in den letzten Jahren viel passiert ist, was von der Klimakrise und dem damit zusammenhängenden Kohleausstieg ablenkte, so haben wir dennoch nicht vergessen, dass es viel zu tun gibt – der Klimawandel vergisst uns ganz sicher nicht.

 

Das Klimabildungsprojekt „Walkshop Kohle“ — Worum geht's?

 

Vom 30.10.-02.11.2021 wandern 30 junge Menschen von Leipzig nach Frankleben in Sachsen-Anhalt, um über den Kohleausstieg, die Problematiken und mögliche Lösungsansätze informiert zu werden. Auf dem Weg bekommen die Teilnehmer*innen vormittags Klimawissen über Kopfhörer zugespielt, etwa inspirierende Hörbücher oder motivierende Podcasts. Nachmittags werden gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung Lernorte besucht; das können Wälder im oder Tagebaurestlöcher im Kohleabbaugebiet sein. Die abendlich stattfindenden Klima-Dialoge sind Diskussionsrunden, in denen sich mit Schlüsselpunkten in der Klimafrage auseinandergesetzt wird. Hierfür werden Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft eingeladen, die über Landschaftsveränderungen durch Kohlebergbau oder Kohleausstieg und Strukturwandel diskutieren. Auf dem „offenen Stuhl“ können die Mitglieder der Kerngruppe des „Walkshop Kohle“ Platz nehmen und ihr neu erlerntes Wissen direkt in die Diskussion einbringen.

 

Hier geht es zum aktuellen Positionspapier der SRzG zum Thema Klimapolitik.

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